My Tent is my Castle

Wo darf man mit dem Autodachzelt campen?

Autorin Theresa
Autorin für den Dachzelte-Blog
22. Februar 2021

Das Fernweh steigt und in freudiger Erwartung bald wieder verreisen zu dürfen, werden schon die ersten Pläne geschmiedet. Für manch einen Camping-Liebhaber ist einfach nur der Weg das Ziel. Man macht eben dort Halt, wo es einem gefällt und wo es sich richtig anfühlt. Doch ist es so einfach? Wo in Deutschland darf man eigentlich seine Zelte aufschlagen?

Camping mit dem Autodachzelt erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder. Man ist flexibel, man kann in kürzester Zeit die verschiedensten Orte bereisen und das Zelt selbst ist innerhalb von wenigen Minuten aufgebaut wie auch wieder auf dem Autodach verstaut. Urlaub mit einem Autodachzelt stellt nicht nur eine super komfortable Art des Zeltens dar. Mit dem atemberaubenden Panorama erlebt man zum Teil ein noch größeres Gefühl von Freiheit und der Verbundenheit mit der Natur als man es vom „normalen“ Camping gewohnt ist.

Wildcamping ist eine faszinierende Vorstellung. Einfach nur losfahren. Man wird schon sehen, wo es einen hintreibt. Auf einem x-beliebigen Fleckchen Erde wird dann das Zelt aufgeschlagen. Ganz vorne dabei ist die Idee, auf den Dünen der Ost- oder Nordsee die Nächte zu verbringen. Ungestört und dem Meer so nah, mit dem Blick auf den unendlichen Horizont beim Sonnenaufgang oder in der Abenddämmerung. Zugegeben ist dieses Bild auch in unseren Köpfen wunderschön. Ebenso üben Wälder, Felder wie auch große Wiesen inmitten vom Nirgendwo einen gewissen Zauber auf uns aus. Doch ist es tatsächlich möglich, eines der Szenarien in die Realität umzusetzen?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Man darf tatsächlich an vielen Orten im Autodachzelt die Nacht verbringen, allerdings gibt es auch Gebiete, die mit Vorsicht zu genießen sind, vorausgesetzt man möchte kein Bußgeld riskieren. Um das zu umgehen, möchten wir im Folgenden aufzeigen, wo man grundsätzlich übernachten darf und welche Plätze gemieden oder nur mit einer Sondergenehmigung genutzt werden sollten – so schön deren Anblick auch sein mag.

Wo darf man überall mit dem Autodachzelt übernachten?

Grundsätzlich zählt es als Wildcamping, sobald man abseits von Campingplätzen oder anderen ausgewiesenen Plätzen sein Lager aufschlägt. Das bedeutet nicht, dass das Wildcamping in Deutschland explizit verboten ist und man nirgendwo anders, als an Orten nächtigen darf, an denen es ausdrücklich erlaubt ist. Im Gegenteil. Man könnte sagen, dass es überall erlaubt ist, wo dies laut StVO nicht ausdrücklich verboten ist. Grundsätzlich darf man mit seinem Auto überall und ohne eine zeitliche Beschränkung stehen, solange kein ausdrückliches Park- bzw. Nächtigungsverbot durch Schilder erkenntlich gemacht wurde.

Bestimmt habt Ihr alle bereits einmal etwas von der „Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit“ gehört. Dieser Grundsatz besagt, dass man an einem Ort einen längeren Stopp einlegen – also Parken – darf, um seine Fahrtauglichkeit wiederherzustellen, die aufgrund von Übermüdung während der Fahrt merklich beeinträchtigt werden kann. In was für einem Zeitfenster man sich dahin gehend bewegen darf, ist nicht gänzlich geklärt. Im Internet findet man vielerorts eine Zeitangabe von 10 Stunden, jedoch ist diese leider auf keiner behördlichen Internetseite zu finden und somit handelt es sich hierbei um keine offizielle Angabe.

Wenn man diesen Weg gehen oder besser gesagt „parken“ möchte, sollte man den Ort nicht allzu wohnlich gestalten. Parken und Campen sind grundsätzlich zu differenzieren. Daher sollte man nicht der Versuchung erliegen, die Campingmöbel und Markisen herauszuholen und aufzubauen. Sobald man dies tut, zählt es nicht mehr unter Parken oder auch „Gemeingebrauch“. Zudem ist auch zu beachten, dass das Dachzelt nicht über die Maße des Autos hinausragen darf. Meist eignen sich hierfür Hartschalen-Dachzelte besonders gut, da ihre Maße in der Regel noch kompakter sind als bei anderen Dachzelt-Typen.

Möchte man mehrere Nächte hintereinander an ein und demselben Ort verweilen, empfiehlt sich die Nutzung von Campingplätzen. Es gibt auch Wohnmobil-Stellplätze, allerdings sind auf den meisten davon tatsächlich ausschließlich Wohnmobile zugelassen – mit einem Autodachzelt zählt man selbst jedoch eher zu den Pkws. An einzelnen Wohnmobil-Stellplätzen, an denen es gestattet ist, sich niederzulassen, gilt die Voraussetzung, dass man eine Toilette an Board vorweisen kann. Es lohnt es sich also, genauere Informationen zu den Regelungen der jeweiligen Wohnmobil-Stellplätze direkt beim Betreiber zu erfragen.

Hier findet Ihr einige Websites mit einer ganzen Liste an verschiedenen Campingplätzen innerhalb von Deutschland und umliegenden Ländern:

Auch Privatgrundstücke können für so manchen abenteuerlichen Camping-Enthusiasten interessant sein. Vielleicht ist es im ersten Moment etwas verwirrend, da das Wort „Privat“ nicht gerade darauf schließen lässt, dass man diese Option als Stellplatz überhaupt legal in Erwägung ziehen könnte, doch selbst das ist durchaus möglich. Allerdings muss man sich auch hier vorab das Okay vom Eigentümer einholen. Wenn man dieses erhält, dann kann man auch auf weiten Feldern, unangetasteten Wiesen, verwunschenen Wäldern und anderen fantastischen Orten seiner Wahl die Nacht oder – je nach Absprache – die Nächte verbringen.

Hier findet Ihr eine Liste mit Websites, auf denen Privatleute ihren Grund und Boden für Camping-Liebhaber zur Verfügung stellen:

Wo ist Vorsicht geboten?

Bußgeld bei Wildcampen mit dem Autodachzelt
Vorsicht! Bußgeld beim illegalen Campen

Geschützte Landschaftsteile wie Naturschutzgebiete, Nationalparks oder Naturreservate sollten generell als Schlafort gemieden werden, denn in diesen Gebieten ist das Nächtigen ausdrücklich untersagt. Wer hier beim Wildcamping mit seinem Auto samt Dachzelt erwischt wird, kann mit einem Bußgeld oder mindestens mit einer Verwarnung rechnen.

Hier findet Ihr den Bußgeldkatalog nach Bundesländern für Verstöße gegen den Naturschutz.

Auch landwirtschaftlich genutzte Felder und empfehlenswerter Weise auch Jagdgebiete sollten als Standort nicht in Betracht gezogen werden. Immerhin geht es hier nicht „nur“ um den Schutz von Tieren und Pflanzen, sondern letztlich auch um sein eigenes Wohl. Wir nehmen an, dass keiner von uns das Bedürfnis verspürt, mit einer Kugel im Allerwertesten geweckt zu werden. 😉 Wer sich den Traum dennoch erfüllen möchte, sollte auf Nummer sicher gehen und den zuständigen Förster oder bei der jeweiligen Forstbehörde nachfragen, ob und wo das Camping mit dem Autodachzelt in diesem Areal gestattet und ungefährlich ist. Gegebenenfalls sollte man sich besser eine Sondergenehmigung ausstellen lassen.

Leider müssen wir auch diejenigen enttäuschen, die die bereits oben erwähnte Vorstellung verfolgen, sich mit seinem Dachzelt auf Dünen oder an Stränden zu platzieren. An Küstenregionen ist es generell verboten sein Dachzelt-Lager aufzuschlagen.

Nichtsdestotrotz gibt es zahlreiche Möglichkeiten die Natur hautnah und ungestört zu genießen. Wenn Ihr nicht ganz unvorbereitet losfahren möchtet, bietet es sich an seine Route vorab abzustecken und sich bereits einige Campingplätze – ob privat oder offiziell – herauszusuchen.

Wir wünschen Euch viel Spaß, viele Abenteuer und unvergessliche Momente!

Euer Campelot-Team

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